“Ich komme zurück auf die ermutigenden Worte des hl. Paulus. Christus ist unser Friede. In ihm sind wir eins (cf. Eph 2,14). Lasst uns gemeinsam die trennenden Mauern der Feindschaft niederlegen und aufbauen die Gemeinschaft der Liebe nach dem Plan des Schöpfers, der uns durch den Sohn bekannt gemacht wurde!”
Benedikt XVI. , Botschaft zum 40. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel
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In diesem Jahr 2006 wird zum ersten Mal die Botschaft Papst Benedikts XVI. zum Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel veröffentlicht. Zugleich ist es die 40. Botschaft, seitdem das Zweite Vatikanische Konzil in seinem Dekret Inter Mirifica über die Sozialen Kommunikationsmittel dazu aufgerufen hat, einen Welttag der Medien zu begehen.
Papst Benedikt wollte die Aufmerksamkeit auf das grosse Potential der Medien im Dienst am Gemeinwohls lenken und auf das Verständnis der Medien als Netzwerk, das Kommunikation, Gemeinschaft und Zusammenarbeit ermöglicht.
Der Papst sieht die Wurzel dieses Netzes der Gemeinschaft im Neuen Testament und zitiert aus dem Brief des hl. Paulus an die Epheser: “durch Christus haben wir in einem Geist Zugang zum Vater; daher sind wir nicht länger Fremde ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes, die zu einem heiligen Tempel heranwachsen, einer Bleibe für Gott” (cf. Eph 2, 18-22). Papst Benedikt schreibt, dass unsere Erkenntnis über Gottes Selbstmitteilung in Christus uns dazu veranlassen sollte, die Frohe Botschaft seiner Liebe und Gnade zu teilen, so dass sie erkannt und erfahren werden sowie zu grösserer Gemeinschaft führen kann.
Der Hl. Vater stellt fest, dass die Technologie dazu beigetragen hat, Grenzen von Raum und Zeit niederzulegen, indem sie die Kommunikation unmittelbar und direkt macht und dadurch ein grosses Potential zum Dienst am Gemeinwohl bereitstellt. Der Papst sagt jedoch auch, dass diese neuen Kommunikationsmittel nicht automatisch grössere Zusammenarbeit oder Gemeinschaft bewirken, da echte Kommunikation “auf Prinzipien gestützten Mut und Einsatz verlangt”, um die Wahrheit mitzuteilen und die Menschheit darüber aufzuklären, was der tiefste Grund und die Bedeutung menschlicher, persönlicher und sozialer Existenz ist.
Der Papst untersucht die Aufgabe der Medien, bei der ihnen übertragenen Treuhänderfunktion sich verantwortungsvoll zu verhalten sowie Vorreiter von Wahrheit und Frieden zu sein, und beschreibt einige Trends, die eine Herausforderung darstellen: den Einfluss einer Art Monokultur, die kreatives Talent dämpft, Übersimplifizierung komplexen Denkens und schwieriger Themen sowie Unterbewertung kultureller und religiöser Werte.
Der Druck von Eigeninteresse und finanziellem Gewinn kann ein Grund für das sein, was der Papst “Verzerrungen” nennt.
Um diesen Trends zu begegnen, ermutigt der Papst die Medien, sich darum zu bemühen, präzise über Ereignisse zu berichten, vollständige Berichte über Sachverhalte öffentlichen Interesses zu liefern und unterschiedliche Gesichtspunkte fair darzustellen. Papst Benedikt XVI. unterstreicht besonders die Wichtigkeit, Ehe und Familie als den grundlegenden Baustein jeder Kultur und Gesellschaft, dadurch zu unterstützen, dass sie “aufbauende Beispiele für Leben und Lieben der Menschen darstellen” und “entwürdigende oder falsche Ausdrucksformen von Liebe…, die die gottgegebene Würde jedes Menschen lächerlich machen”, unterbleiben.
Unter Hinweis auf das letzte Apostolische Schreiben Johannes Pauls II. Die schnelle Entwicklung stellt Papst Benedikt XVI. zum Schluss erneut die Wichtigkeit von Bildung, Teilhabe und Dialog fest, um dem Gemeinwohl zu dienen. Bildung führt zu verantwortungsvollem und kritischem Gebrauch der Medien auf Seiten der Konsumenten und zu stärkerer Aufmerksamkeit auf Seiten der Programmanbieter, jeder Versuchung zur Manipulation auszuweichen. Teilhabe ruft den Sinn für Verantwortung und Verantwortlichkeit in Erinnerung, zumal die Medien ein für alle Völker bestimmtes Gut sind und daher besondere Aufmerksamkeit im Hinblick auf die Beachtung ihrer Treuhänderfunktion verlangen. Und schliesslich können die Medien auch den Dialog fördern, indem sie einen ausgewogenen Ideenaustausch ermöglich, solidarisches Verhalten zeigen oder Friedensbemühungen fördern. Alle diese Schritte können – wenn sie ernst genommen und in die Praxis umgesetzt werden – dazu beitragen, ein stärkeres Bewusstwerden der Würde der menschlichen Person, insbesondere der schwächsten Glieder der Gesellschaft, zu entwickeln, um eine Kultur der Liebe entstehen zu lassen.